Covid-19: Informationen

Nachfolgend haben wir für Sie einen kleinen Leitfaden mit häufig gestellten Fragen zusammengestellt. Wir haben ein wichtiges Thema vergessen? Dann informieren Sie uns gern via E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Wir wünschen Ihnen und Ihrem Verein alles Gute bei der Bewältigung der Corona-bedingten Herausforderungen. Für Fragen sind wir selbstverständlich gern für Sie da.

AKTUALISIERT AM: 24. Juli 2020.

1. Uns sind durch Ausfälle von Konzerten und Festen Ausfälle entstanden, die die Existenz des Vereins bedrohen - welche Hilfsleistungen können in Anspruch genommen werden?

1) Förderprogramm zur Weiterführung der Vereins- und Kulturarbeit
Dieses Förderprogramm ist z.B. zur Deckung von Einnahmeausfällen im ideellen Bereich (entgangene Spenden, Pachterträge, etc.) angelegt. Die finanziellen Auswirkungen der Corona-Virus-Pandemie auf gemeinnützige Vereine sind teilweise erheblich und können schnell existenzbedrohend werden, weil Vereine aufgrund des Vereins- und Steuerrechts nicht wie etwa Kapitalgesellschaften Rücklagen bilden, auf die sie in Krisenzeiten zurückgreifen können. Das Programm dient zur Abwendung dieser pandemiebedingten existenzbedrohlichen Engpässe im ideellen Bereich, das heißt es geht hier um die klassische Vereinsarbeit. Eine Antragstellung hat dann Aussicht auf Erfolg, wenn ein Liquiditätsengpass in Aussicht steht, wobei zweckgebundene Rücklagen aus den bestehenden Liquiditätsreserven herausgerechnet werden dürfen und sollten. So ist auch unsere Empfehlung zur Antragstellung zu verstehen - der Verein muss dementsprechend noch nicht zahlungsunfähig sein, bevor ein Antrag sinnvoll ist, wenngleich ersichtlich sein sollte, dass die Liquiditätsreserven nicht mehr lange (wobei dies nicht näher definiert ist) ausreichen. Wichtig: Im Rahmen des Programmes sind fehlende Erträge durch ausbleibende Ticketverkäufe / Eintrittsgelder, die nicht spendenbasiert sind, derzeit nicht ansatzfähig, da diese nicht dem ideellen Bereich zugeordnet werden dürfen. Als Verband sehen wir in diesem Punkt daher Nachbesserungsbedarf. Laut der entsprechenden Richtlinie können allerdings Mittel beispielsweise für folgende Bereich beantragt werden:

- Nachwuchsarbeit
- Mieten / Betriebskosten (Wasser, Strom, weitere Nebenkosten)
- Instandhaltungen
- Kosten für bereits in Auftrag gegebene und durch die Pandemie abgesagten Projekte (Storno- und Reisekosten, Ausfallhonorare, Werbung, Sachkosten o.ä.)

Diese Mittel können ab 1. Mai 2020 beim Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) beantragt werden. Der Antrag ist online abrufbar. Dabei ist zu beachten, dass finanzielle Notlagen, die bereits vor dem 11. März bestanden haben, davon nicht abgedeckt werden. Als HMV-Verein sind Sie grundsätzlich förderberechtigt. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.hessen.de/presse/pressemitteilung/foerderprogramm-zur-weiterfuehrung-der-vereins-und-kulturarbeit

2) Corona Soforthilfe - UPDATE: Die Bewerbungsfristen für das Programm sind mittlerweile beendet.
Wenn Sie im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb laufende Kosten haben, welche die Einnahmen überschreiten, kommt für Sie ggf. auch das Soforthilfeprogramm des Wirtschaftsministeriums in Frage. Ansatzfähig sind hierbei jedoch keine Einnahmeausfälle sondern lediglich Betriebskosten, z.B. durch Personalkosten, Energiekosten für das Vereinsheim, etc.. Die Antragstellung läuft über das Regierungspräsidium Kassel. Weitere Informationen finden Sie unter https://rp-kassel.hessen.de/corona-soforthilfe sowie unter https://wirtschaft.hessen.de/wirtschaft/corona-info/soforthilfe/soforthilfe-fuer-selbststaendige-freiberufler-und-kleine-betriebe

3) Arbeitsstipendien für Musiker*innen
Dieses Förderprogramm vergibt projektbasierte Arbeitsstipendien in Höhe von 2.000 € für Musiker*innen, die in die Künstlersozialkasse (KSK) einzahlen. Es ist geplant, das Programm später auch für diejenigen zu öffnen, die nicht in die KSK einzahlen. Weitere Informationen finden Sie unter https://wissenschaft.hessen.de/foerderung/kulturfoerderung/corona-kulturpaket/phase-2-uebergang-meistern-und-existenzen-sichern

2. Wann kann der Probenbetrieb wieder aufgenommen werden?

Gemäß der 10. Verordnung der Hessischen Landesregierung ist der Proben- und Vereinsbetrieb unter strengen Hygieneauflagen wieder erlaubt. Die Hygienemaßnahmen können den Auslegungshinweisen zur Verordnung zur Beschränkung sozialer Kontakte und des Betriebs von Einrichtungen und Angeboten aufgrund der Corona-Pandemie (Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung) vom 9. Mai 2020 entnommen werden. Wir empfehlen in diesem Kontext die Erarbeitung eines Hygienekonzeptes sowie die Abstimmung mit der lokalen Gesundheitsbehörde. Das beispielhafte Hygienekonzept finden Sie unten auf dieser Seite.

3. Sind Konzerte wieder erlaubt?

Auch Konzerte sind nun wieder bis 250 Personen (Stand Juli 2020) oder mit behördlicher Genehmigung darüber hinaus erlaubt, wenn:

  • jeder Person werden 3 Quadratmeter Platz zur Verfügung gestellt werden und sichergestellt ist, dass der Mindestabstand von 1.5 Metern eingehalten wird.
  • in geschlossenen Räumen Zuschauerplätze eingenommen werden und eine personalisierte Sitzplatzvergabe erfolgt, wobei aneinander liegende Sitzplätze nur von Personen eingenommen werden dürfen, denen der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum nach § 1 Abs. 1 Satz 1 und 2 gestattet ist; zu anderen Personen oder Gruppen ist der Abstand nach § 1 Abs. 1 Satz 2 zu wahren,
  • Name, Anschrift und Telefonnummer der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausschließlich zur Ermöglichung der Nachverfolgung von Infektionen von der Veranstalterin oder dem Veranstalter erfasst werden; diese haben die Daten für die Dauer eines Monats ab Beginn der Veranstaltung geschützt vor Einsichtnahme durch Dritte für die zuständigen Behörden vorzuhalten und auf Anforderung an diese zu übermitteln sowie unverzüglich nach Ablauf der Frist sicher und datenschutzkonform zu löschen oder zu vernichten; die Bestimmungen der Art. 13, 15, 18 und 20 der Datenschutz - Grundverordnung zur Informationspflicht und zum Recht auf Auskunft zu personenbezogenen Daten finden keine Anwendung; die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind über diese Beschränkungen zu informieren,
  • geeignete Hygienekonzepte entsprechend den Empfehlungen des Robert Koch - Instituts zur Hygiene, Steuerung des Zutritts und der Vermeidung von Warteschlangen getroffen und umgesetzt werden und
  • Aushänge zu den erforderlichen Abstands - und Hygienemaßnahmen gut sichtbar angebracht sind.

3. Darf ich den Lohn von Dirigent*innen ohne Arbeit fortzahlen?

Unsere Dirigenten sind ein wichtiger Motor für den musikalischen Erfolg des Musikvereins. Durch Covid-19 sind Dirigent*innen häufig von massiven Einkommenseinbrüchen betroffen. Wir empfehlen daher, in dieser Krisenzeit solidarisch zu den Dirigent*innen zu stehen. Allerdings dürfen Dirigent*innen nur für erbrachte Arbeit Lohnfortzahlungen erhalten. Daher empfehlen wir, die Verträge mit Ihren Dirigent*innen dahingehend zu erweitern, als dass diese nun beispielsweise in der Krisenzeit durch Konzertplanungen, Probenpläne, Literaturarbeit oder Arrangements für den Verein tätig sein können. Dies kommt Ihrem Verein spätestens bei Wiederaufnahme des regulären Probenbetriebes zugute und hilft den Dirigent*innen, diese schwierige Zeit zu überstehen.

Hierzu möchten wir Ihnen folgenden beispielhaften Formulierungsvorschlag an die Hand geben:

Zur Zeit kann der Dirigentenbetrieb und Probenbetrieb nicht aufrechterhalten werden. In dieser Zeit sind die Tätigkeiten der Dirigentin*des Dirigenten auf Erarbeitung von Probeplänen, Literaturarbeit und Arrangements für den Verein, sowie Konzertplanungen verlagert. Die vereinbarte Vergütung wird daher weitergezahlt, da die Leistung der Dirigentin*des Dirigenten in anderer, zuvor beschriebener, Form als erbracht gilt.

4. Wie verhält es sich mit GEMA-Zahlungen, wenn wir digitale Konzerte geben oder Videos produzieren?

Musik auf der eigene Homepage / Website
Die GEMA hat sich entschlossen, für die Zeit in denen keine echten Konzerte durchgeführt werden können, die Nutzung von urheberechtlich geschützten Musikwerken im Rahmen des Streamings über die eigenen Websites durch die bestehenden Pauschalverträge als abgegolten zu betrachten. Die Art der Musikwiedergabe, live oder Tonträger, ist dabei unerheblich. Eine Meldung muss aber nach wie vor, gemäß des Pauschalvertrages, erfolgen. Bitte geben Sie dabei an, dass es sich um ein Streaming handelt. 

YouTube / Social Media Plattformen
Das Hochladen von urheberrechtlichen geschützten Musikwerken auf diesen Plattformen sowie das Streaming oder Downloaden dieser Werke, ist über die bestehenden Verträge mit den entsprechenden Betreibern abgegolten. Auf Ihre Vereine kommen somit keine weiteren Kosten zu.

Musik zum Downloaden zur Verfügung stellen
Wenn Videos oder ähnliches „produziert“ werden (späteres Downloaden), müssen die Benutzungsrechte Syncrights https://de.wikipedia.org/wiki/Synchronisationsrecht von den Rechteinhabern eingeholt werden. Sollten diese dann auf die eigene Homepages gestellt werden, erfolgt die Lizenzierung für die öffentliche Wahrnehmbarmachung nach dem Tarif VR-OD 10 über die GEMA. Den Tarif finden Sie hier:
https://www.gema.de/musiknutzer/tarife-formulare/tarif-vr-od-10/
Das heißt, dass diese Art der Musiknutzung gemeldet werden muss und nicht unter den Pauschalvertrag fällt.

 

Covid-19: Dokumente und Informationen

Titel Größe Aufrufe Download
Hessische Verordnung Nr. 10 65.41 KB 811 Download
Auslegungshinweise 229.20 KB 861 Download
HMV Musterhygienekonzept 457.23 KB 2156 Download